Bericht über den Berufsfeuerwehrtag 2011

Aufstellung der Junghelfer am Waldrand vor Beginn der Personensuche.

Eine der wichtigsten Möglichkeiten für die THW-Jugend aus Hofheim, gelerntes Praxiswissen auch realitätsnah anzuwenden, die 24-Stundenübung oder auch der Berufsfeuerwehrtag, begann für die Junghelfer am Samstag, den 27. August 2011 pünktlich um 13 Uhr. Auch die Jugendlichen des Jugendrotkreuzes Hofheim trafen zu diesem Zeitpunkt mit ihren Fahrzeugen im Ortsverband ein. Nach einer kurzen Begrüßung durch die für die Planung und Organisation Verantwortlichen konnten die Jugendlichen des THW ihre ausgehangenen Schichtpläne und Gruppen einsehen. Auch diese gehören zu einer realistischen Nachstellung des Alltages einer Berufsfeuerwehr und somit einer hauptamtlichen Hilfsorganisation mit auf der Wache arbeitenden Kräften schlichtweg dazu.

Während der Zeit, die die Jugendlichen nun also nicht im Einsatz waren, hatten sie zugewiesene Arbeiten und Aufgaben in ihren Schichten zu verrichten, wie beispielsweise das Zubereiten der gemeinsamen Mahlzeiten oder das Wiederherstellen der Einsatzbereitschaft benutzter Einsatzfahrzeuge, beispielsweise durch das Austauschen von verbrauchten oder das Reinigen verschmutzter Geräte und Materialen oder die Reinigung der Fahrzeuge. Sobald nun der Einsatzgong ertönte, machten sich die Gruppenführer der beiden Organisationen auf den Weg in das Zugführerbüro, wo sie das Einsatzfax vorfanden und erste Informationen zu dem kommenden Einsatz erhielten.

Bereits kurz nach Dienstantritt kam es auch schon zum ersten Einsatz der Übung, das THW wurde gemeinsam mit dem JRK zur Suche von vermissten Personen alarmiert, außerdem die Jugendfeuerwehr Hofheim, die wie alle Feuerwehren des Stadtverbandes ebenfalls einen BF-Tag abhielten. Nach kurzer Absprache der jeweiligen Führungspersonen der drei Organisationen fand eine Befragung der Person statt, die den Notruf abgesetzt hatte, mit der Bestätigung zweier vermisster Personen, von denen eine unter Umständen geistig orientiert sein kann.

So wurde mit allen anwesenden Jugendlichen eine Kette gebildet, um das Waldstück systematisch zu durchsuchen, in dem die vermissten Personen vermutet wurden. Recht schnell wurde hierbei eine verletzte und nicht gehfähige Person aufgefunden, die von Kräften des Jugendrotkreuzes versorgt und anschließend abtransportiert wurde. Auch die zweite Person wurde entdeckt, es gestaltete sich allerdings schwierig, diese aus dem Waldstück hinaus zu führen, da sie sich mehrfach den Einsatzkräften entzog. Letztlich gelang es aber auch sie vom Mitkommen zu überzeugen und so konnte man zu den Fahrzeugen zurückkehren und der Einsatz nach einer kurzen Besprechung der Führungspersonen und Feedback seitens der Organisatoren beendet werden.

Aufbau der Hebekissen zum Anheben des umgestürzten Baumes.

Nach der Rückkehr in die Unterkunft begann nun erstmals das Aufräumen der Fahrzeuge und die stattfindende Theorieausbildung innerhalb der Schichten, bei der zum Beispiel die Handlungen vor und nach dem Ausrücken zu einem Realeinsatz erklärt und aufgezeigt wurden. Doch bereits rund 2 Stunden später wurden diese Tätigkeiten vom Alarmgong jäh erneut unterbrochen.

Das Technische Hilfswerk wurde gemeinsam mit dem JRK und der Jugendfeuerwehr Hofheim zu einem Hilfeleistungseinsatz alarmiert, gemäß Einsatzfax war ein Gebiet am Schwarzbach betroffen, nachdem es ein Unwetter mit starkem Wind und Regenfällen gegeben hatte, dadurch drohe auch der Schwarzbach über die Ufer zu treten.

Beim etwa zeitgleichen Eintreffen der verschiedenen Kräfte wurde eine beengte Einsatzstelle vorgefunden. Eine erste Erkundung ergab, dass eine Person unter schweren Ästen eingeklemmt war, zwei weitere in der näheren Umgebung vermisst wurden und außerdem Wasser aus dem Schwarzbach zunächst in eine bereitgestellte Mulde und später zurück in den Bach geleitet werden musste. Nachdem die drei verantwortlichen Jugendlichen der Hilfsorganisationen sich abgestimmt hatten, begann sowohl die Suche nach den Vermissten, die Befreiung der Verletzten Person mittels Hebekissen bei zeitgleicher Versorgung selbiger durch Mitglieder des Jugendrotkreuz, die sich auch um die im Verlauf der Suche gefundenen Verletzten kümmerten, sowie der Aufbau der Wasserförderung zur Mulde und von der Mulde wieder in den Schwarzbach in Zusammenarbeit von Jugendfeuerwehr und Technischem Hilfswerk. Um die eingesetzten Tauchpumpen betreiben zu können, wurde zusätzlich eine Stromversorgung von der THW-Jugend eingerichtet und betrieben.

Nach einer erfolgreichen Rettung aller Vermissten und der eingeklemmten Person und ausreichendem Umpumpen von Bachwasser konnte der Rückbau beginnen und der Einsatz wurde für beendet erklärt. Zurück in der Unterkunft des Ortsverbandes wurde erneut mit dem Wiederherstellen der Einsatzbereitschaft und den zugeteilten Diensten begonnen, hierunter auch die Vorbereitungen für das gemeinsame Abendessen mit den Jugendfeuerwehren Hofheim und Marxheim, sowie natürlich den anwesenden Jugenrotkreuzlern und den Helfern der THW-Jugend Hofheim. Nach Beendigung des Abendessens wurde eine Vorführung der unterschiedlichen Fahrzeuge der Hilfsorganisationen durchgeführt, um beispielsweise Mitgliedern der Jugendfeuerwehr den Gerätekraftwagen 1 und dessen Geräte erklären zu können und so in gemischten Gruppen auch die jeweils anderen Organisationen kennen zu lernen.

Personenrettung im Gebäude durch zwei Junghelfer mit Atemschutzatrappen.

In den einsetzenden Abendstunden war nun zum dritten Mal an diesem Tag der Alarmgong zu hören, etwa um 20.30 Uhr wurden Feuerwehr, JRK und THW zu einer Gasexplosion in einem Gebäude mit anschließenden Folgeschäden alarmiert. In einer Kolonne mit den anderen Hilfsorganisationen fuhr man zum Einsatzort in Diedenbergen. Am Einsatzort warteten ein verrauchtes Wohnhaus und eine verrauchte Scheune sowie mehrere Feuerstellen im Außenbereich auf die Nachwuchseinsatzkräfte. Da es zuvor eine Gasexplosion gegeben hatte und noch mit einem Gasaustritt zu rechnen war, wurde aufgrund des Explosionsrisikos durch die Führungspersonen ein Verzicht auf das Nutzen von Funkgeräten beschlossen und zunächst Messungen mit dem Mehrgasmessgerät durchgeführt. Durch ein Kellerfenster des Wohngebäudes betrat ein mit Atemschutzattrappen ausgerüsteter Trupp selbiges und durchsuchte es auf verletzte und vermisste Personen. Gleichzeitig wurde die Straße abgesperrt, das Hof vor dem Haus und die Straße, auf der nun das JRK einen Behandlungsplatz errichtete, durch Einsatz eines Beleuchtungsturmes großflächig ausgeleuchtet. Schnell wurden durch die eingesetzten Trupps mehrere Verletzte gefunden und an das Jugendrotkreuz übergeben. Eine zusätzliche Schwierigkeit stellte der Fund einer leicht und einer schwer verletzten Person im Dachgeschoss des Gebäudes dar, da dieser lediglich über eine Leiter zugänglich war. Schließlich wurde die schwerverletzte Person mithilfe einer Korbtrage hinuntergelassen und durch ein Fenster des Erdgeschosses bereitstehenden Jugendlichen außerhalb des Gebäudes übergeben.

Nachdem im Gebäude keine weiteren Personen mehr aufgefunden wurden, wurde durch einen Augenzeugen die Information über einen vermissten Dachdecker an die Einsatzkräfte übergeben, nach kurzer Suche wurde dieser von Feuerwehr und THW auf dem Dach der Garage ausfindig gemacht und mittels eines Leiterhebels gerettet. Anschließend konnte der Einsatz beendet werden und die Rückfahrt in die Unterkunft wurde angetreten.

Aufbau der Überdruckbelüftung zusammen mit den jugendlichen Kameraden der Feuerwehr Hofheim.

Nach einer Besprechung des Einsatzes durch die Organisatoren mit den jeweiligen Jugendgruppen konnte die nicht allzu lange Nachtruhe angetreten werden. Zunächst durch einen Einsatz für die Jugend des Roten Kreuzes mitten in der Nacht unterbrochen, wurde auch das THW in den frühen Morgenstunden zu einem Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person alarmiert.

Beim Ankommen am Einsatzort wurde jedoch lediglich eine Ölspur entdeckt, die die Jugendlichen abstreuten und beseitigten und bereits wenig später wieder zur Unterkunft zurückfahren konnten. Das Frühstück wurde gemeinsam mit der Feuerwehr Hofheim in der Feuerwache eingenommen, anschließend wurde bereits in der Unterkunft mit Aufräummaßnahmen begonnen. Nachdem die Schicht für die Jugend des Roten Kreuzes bereits beendet war, rückte das THW noch einmal zu einem Einsatz aus. Ziel war die neue Kreishalle, die laut Einsatzfax einsturzgefährdet war und so wurden von der THW-Jugend das Abstützsystem und eine ausreichende Anzahl unterschiedlich großer Kanthölzer aus dem Holzvorrat mitgeführt. Beim Eintreffen wurde durch eine kurze Einweisung erklärt, dass zwei Türen unterschiedlicher Größe sowie ein größeres Tor abgestützt werden mussten, was durch die Jugendlichen nun durchgeführt wurde. Nach Beendigung dieser Aufgabe und einer Besprechung wurde zum letzten Mal während dieser Übung rückgebaut und in die Unterkunft eingerückt, wo die letzten Aufräumdienste begannen und die Fahrzeuge wieder in ihren Bereitschaftszustand versetzt wurden.

Aus Sicht der Jugend verlief die 24-Stunden-Übung 2011 sehr erfolgreich und vor allem die Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen untereinander nahezu reibungslos. Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal bei allen Helfern und Organisatoren für die großartigen Übungen und den Ablauf der Übung bedanken.